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Tibet
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Interesse an Tibet
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Nachden mein erstes Interesse durch Heinrich Harrers Buch bereits in meiner Schulzeit geweckt wurde, habe ich mich in verschiedener Weise immer wieder mit dem Thema Tibet befasst. Die völker- und menschenrechtliche Situation Tibets war Thema einer kleinen Anfrag von Petra Kelly, mir und der Fraktion der Grünen im Jahre 1986. Um den Jahreswechsel 1986/1987 unternahm ich eine Reise nach Tibet um mir ein Bild vor Ort zu machen. Erstaunlich ist für mich immer wieder wie es "linke" westliche Journalisten und Schriftsteller wie Colin Goldner und Jutta Ditfurth hinkriegen, Menschenverachtung, Unterdrückung, Rassismus und imperiales Verhalten des agierenden chinesischen Regimes als guten und akzeptablen Weg zu sehen.
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Tibetische Vertretung in Bodh Gaya

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Tibet im Deutschen Bundestag
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Als ich 1985 das Bundestagsmandat antrat, entdeckte ich sehr bald das Sach- und Sprechregister des deutschen Bundestages. Dies ist eine lobenswerte und sehr nützliche Einrichtung, die leider, ebenso wie der wissenschaftliche Dienst, viel zu selten von den oft beratungsresistenten Mandatsträgern genutzt wird.
Das Sach- und Sprechregister hat alles was jemals seit 1948 im deutschen Bundstag geäußert wurde, von großen Reden bis zu lächerlichen Zwischenrufen, gespeichert. Reicht man als Abgeordneter eine Frage zu einem bestimmten Stichwort oder Sachverhalt ein, bekommt man, meist schon am folgenden Tag, eine komplette Liste mit Quellenverweisen zum erfragten Thema. Ob die Anfrage nun die parlamentarischen Aktivitäten anderer Abgeordneter oder bestimmte Themen betraf, in der Regel bekam man eine ausführliche Liste mit genauen Terminen der Erörterungen.
Meine Anfrage zum Stichwort Tibet, die ich kurz nach meiner Mandatsannahme stellte, erstaunte mich sehr: Zum ersten und zum einzigen Mal bekam ich die Meldung, dass das erfragte Thema nie im deutschen Bundestag erörtert wurde. Das bedeutete, dass die Invasion der chinesichen Truppen 1951, der spätere Bruch der Verträge mit den Tibetern durch die chinesische Besatzungsmacht, sowie der Volksaufstand und die anschließende Flucht der tibetischen Regierung und des Dalai Lama sowie anderer religiöser Führer nach Indien, nicht einmal Erwähnung fanden, geschweige denn Gegenstand politischer Erörterungen waren. Mit dieser Erkenntnis besuchte ich Petra Kelly in ihrem Büro, die ob dieser Ignoranz ebenso erstaunt war wie ich. Petra Kelly, ihr wissenschaftlicher Mitarbeiter Frieder Wolf und ich beschlossen eine kleine Anfrage zum Thema Tibet vorzubereiten und im Parlament einzubringen.
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Reise nach Tibet
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Im Dezember 1985 war ich in Indien um Kontakt zu tibetischen Exilregierung aufzunehmen. Anfang 1986 nahm ich Kontakt zu verschiedenen tibetischen Organisationen in Deutschland und der Schweiz auf. In Zusammenarbeit mit in Deutschland lebenden Exiltibetern, zu denen Tsewang Norbu gehörte, formulierte Frieder Wolf die kleine Anfrage die im Sommer von Petra Kelly, mir und der grünen Fraktion eingebracht wurde. Die Antwort der Bundesregierung kam erst am 8. Oktober 1986 und war, wie erwartet, nicht sehr ergiebig. Auf die Frage, wie die Bundesregierung die Einschätzungen der Internationalen Juristenkommission, dass Tibet zumindest von 1912 bis 1950 alle Merkmale eines de facto unabhängigen Staates erfüllt hat, war die Antwort lapidar: "Die Bundesregierung geht davon aus, dass Tibet Teil des chinesischen Staatsverbandes ist". Eine Anfrage beim wissenschaftlichen Dienst des Bundestages ergab jedoch, dass Tibet unabhängig war und seit 1951 bzw. 1959 unter chinesischer Besatzung ist. Diese Bestätigung des wissenschftlichen Dienstes führte zu einem Artikel in der Frankfurter Rundschau sinngemäß mit dem Titel "Wissenschaftlicher Dienst des deutschen Bundestages widerspricht der Bundesregierung!"
In der Folge auf diese kleinen Anfrage folgten mehrere mündliche und schriftliche Fragen, die genau so wenig seriös beantwortet wurden wir die kleine Anfrage. Auf jeden Fall hat diese parlamentarische Initiative eine ganze Reihe von folgenden Aktivitäten wie Anhörungen von Völkerrechtsexperten und tibetischen Flüchtlingen sowie Einladungen des Dalai Lama in die parlamentarische Gesellschaft in Bonn und zu verschiedenen Bundestagsfraktionen geführt. Petra Kelly veröffentlichte später ein Buch zum Thema. Im Dezember 1986 unternahm ich eine Reise nach Tibet um mir ein Bild vor Ort machen zu können. Diese Reise wurde von der tibetischen Exilregierung unterstützt, von den Grünen leider nicht. Da die Legislaturperiode sich dem Ende zuneigte, wurden Reisen allgemein, aber eine Tibetreise insbesondere durch einige Ex-Maoisten in der Fraktion, abgelehnt. So habe ich diese Reise selbst finanziert und organisiert.
Alles was ich bisher über die Situation in Tibet erfahren hatte bestätigte sich auch vor Ort. Ngawang, ein Dolmetscher dessen Begleitung von der tibetischen Exilregierung organisiert wurde, machte mich/uns unabhängig von chinesischen Reiseführern die sich immer wieder aufzudrängen versuchten. Durch unseren Dolmetscher wurde ich auf Details aufmerksam, die dem uninformierten Beobachter normaler Weise verborgen bleiben. - So hatte fast jede Brücke und jeder Pass einen chinesischen Beobachtungsposten, was darauf hindeutete, dass die chineschen Besatzer nach nach über 30 Jahren der Besetzung Tibets immer noch Angst vor Sabotageakten haben. - Der oft gegenüber der Weltöffentlichkeit dargestellte technische Fortschritt den die Chinesen nach Tibet gebracht haben, hatte aus der Nähe betrachtet ein recht sonderbares Gesicht. So führten Stromleitungen von einem chinesischen Militärcamp zum nächsten, vorbei an tibetischen Dörfern und Siedlungen, die von dieser "technischen Segnung" nichts abbekamen und ihren Buttertee und ihr Tsampa nach wie vor auf traditionellem Wege über Yakmist erhitzten. - Auch der weit gerühmte Straßenbau in Tibet kommt viehtreibenden tibetischen Nomaden kaum zu Gute. Im Gegenteil: Wenn eine Herde von Schafen oder Ziegen einmal eine der Straßen überquert, erntet sie ärgerliches Hupen von chinesischen Lastkraftwagen, die damit beschäftigt sind, frisch geschlagenes Holz aus tibetischen Tälern ins "große Mutterland" abzutransportieren. Diese Straßen sind fast ausnahmlos Pisten zu besseren Ausbeutung Tibets durch die Chinesen mittels Raubbau an den Resourcen Tibets und durch den seit einigen Jahren zunehmenden Tourismus. - In Lhasa vervollständigt sich das Bild von der Art des Fortschritts, den die Chinesen nach Tibet brachten. Im Hotel Lhasa zum Beispiel waren alle Angestellten, die direkt mit den Touristen zu tun hatten, Chinesen. Tibeter waren fast nie der englischen Sprache mächtig. Unser Dolmetscher machte mich auf ein diskret in chinesischer und tibetischer Schrift und Sprache angebrachtens Schild bei den Personaleingängen aufmerksam und übersetzte es: "Englischunterricht Dienstags und Donnerstag in Raum 24 - NUR FÜR CHINESEN!"
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Mit Mao tse dong oder dem Dalai Lama?
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Dem Volke dienen! (nur welchem Volk? und wie?)
Nach vielen Jahrzehnten Geduld und nachdem all diese Zeit ihre Friedfertigkeit offensichtlich nur als Dummheit und Schwäche ausgelegt wurde, fangen die Tibeter an die "Lehren" des Vorsitzenden Mao Tze Dong ernst zu nehmen.
Der große Vorsitzende Mao Tse Tung oder Mao tse dong lehrte doch z.B. : "Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen" und "man kann den Krieg nur durch Krieg abschaffen, und wenn man will, dass es keine Gewehre mehr geben soll, muss man das Gewehr in die Hand nehmen" und "weg mit den Illusionen, zum Kampf bereit sein!" und "setzt dem ungerechten Krieg einen gerechten entgegen" und "Revolutionen und revolutionäre Kriege sind unvermeidlich; es ist sonst unmöglich, die reaktionären herrschenden Klassen zu stürzen, damit das Volk die Macht ergreifen kann" usw.
Anstatt stolz und zufrieden zu sein, dass die Tibeter dazu gelernt haben, jammert man und redet nun von der "Dalai-Clique" und von kriminellen Machenschaften.
Die kriminellen Machenschaften sind doch die Ausplünderung Tibets und die andauernde militärische Unterdrückung der tibetischen Bevölkerung durch die selbstgefälligen und verlogenen chinesischen Parteibonzen.
Hätten sie nur zugehört in ihren dicken Sesseln und in ihren Bonzenvillen: Der Dalai Lama hat sich all die Jahre für eine friedliche Lösung eingesetzt.
Bleibt zu hoffen, dass es für eine solche Lösung noch nicht zu spät ist und die maoistischen Ideale nicht endgültig bei den Tibetern auf offene Ohren stoßen.
Die obersten Arbeiter und Bauern Chinas in der Parteizentrale in Beijing (Peking) haben offensichtlich ihre Hausaufgaben nicht gemacht und sie haben vergessen woher sie kommen.
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Buddhismus auf Abwegen / Buchlesung mit Colin Goldner
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